«Viel Landschaft» gebe es um Feuerthalen, beschreibt Marco Anders: Hügel, Wiesen und Wälder, in die sich die rund 3800-Seelen-Gemeinde an der Grenze zu Deutschland hineinschmiegt. Und hier fliesst der Rhein: Er ist beliebtes Naherholungsgebiet und eine Sensation, eigentlich viel zu imposant, um sich immer grad hinter dem nächsten Abhang zu verstecken. Seit siebeneinhalb Jahren lebt der Theologe mit seiner Familie hier und ist Co-Leiter der katholischen Kirche Weinland. «Ohne Dichtestress», so beschreibt er das Leben in der Gegend und schiebt nach: «Im Stau stehe ich hier nie.» Tatsächlich wird das Auge von wenig Bewegung abgelenkt, während es rund um das Pfarreizentrum schweift, und das Ohr hört Wind, heute kleine Regentropfen, sonst eher nichts. Wobei: Genau genommen sieht auch das Auge nichts – zumindest am höchsten Punkt des Kirchturms, am Boden des Glockenstuhls. Er ist von innen her vollständig mit Holzspanplatten ausgekleidet, zum Schallschutz. Aussicht: leider keine. Gar keine. Bei 12 Metern Höhe des Glockenturms entgeht einem rein von der Höhe immerhin kein einmalig weiter Weitblick.
Denn weit ist der Weitblick in dieser Gegend eben schon. Das macht die liebliche Landschaft. Hauswart Stefan Funk hat extra Fotos in alle Himmelsrichtungen gemacht und zeigt via Laptop den Blick in die Ferne. Bis nach Deutschland sieht man, Schaffhausen ist in greifbarer Nähe, gut sichtbar sind die fliessenden Übergänge zwischen der dörflichen Struktur Feuerthalens und den grösseren Ballungsräumen. Und weil die Bäume auf den Fotos noch keine Blätter haben, schimmert er grad wieder durch, der mächtige Rhein. Was wäre die Gegend wohl ohne ihn? Für Stefan Funk ist er das «Heimatplätzli schlechthin» für einen Feuerthaler.